Letzte Aktualisierung:  05.04.2010 (seit dem 01.01.2010)

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Traubenkräuter oder Ambrosia

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Traubenkräuter

Ambrosia dumosa


Klasse:

Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige
(Rosopsida)

Ordnung:

Asternartige (Asterales)

Familie:

Korbblütler (Asteraceae)

Unterfamilie:

Asteroideae

Tribus:

Heliantheae

Gattung:

Traubenkräuter

Wissenschaftlicher Name: Ambrosia

Die Traubenkräuter oder Ambrosien (Ambrosia) bilden eine Gattung der Korbblütler. Ihr Name ist abgeleitet von gr. a-brotos (= unsterblich), vergleiche Ambrosia.
Pflanzen der Gattung Ambrosia verwildern leicht, breitet sich sehr effizient und invasiv aus und ist schwer auszurotten (daher der Gattungsname). Einige Arten verursachen vielfältige Schäden für Gesundheit, Natur und Wirtschaft.

Arten
Die Gattung umfasst über 30 ein- bis mehrjährige krautige Arten und ist vorwiegend in Nordamerika heimisch. In Europa kommen insbesondere das als hochallergen bekannte Beifußblättrige Traubenkraut (A. artemisiifolia) sowie seltener das Dreiblättrige (A. trifida) und das Ausdauernde Traubenkraut (A. psilostachya) als Neophyten vor.
Vorkommen und Verbreitung In Europa erfolgt die Verbreitung meist durch verunreinigtes Vogelfutter, Samenmischungen, Getreide und anderes Saatgut.

Beifußblättriges Traubenkraut
Das Beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia), auch Ambrosia, Beifuss-Ambrosie, Traubenkraut, Aufrechtes Traubenkraut, Wilder Hanf oder mit seinem englischen Namen Ragweed (Fetzenkraut) genannt, ist ein einjähriges "Unkraut" aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Ambrosia keimt im Frühjahr bis Sommer. Die Pflanze kann beim Menschen durch den Pollen, aber auch bei Hautkontakt mit dem Blütenstand heftige Allergien auslösen.

Verbreitung
Das Beifußblättrige Traubenkraut ist eine invasive Pflanze, die ursprünglich aus Nordamerika stammt. Im Ersten Weltkrieg erschien es in der Schweiz. Mittlerweile ist es in Ost- und Südeuropa (beispielsweise in Ungarn und Italien) bekannt und verbreitet, aber es kommt bereits in großen Teilen Ostösterreichs vor und breitet sich in Südwestdeutschland, im Rhein-Main-Gebiet und in Sachsen-Anhalt weiter aus.
Schweizer Forscher haben in den letzten Jahren erhöhte Traubenkrautpollenmengen in Genf und im Tessin festgestellt. Ein Teil dieser Pollen wird dort seit Jahren mit dem Wind aus den benachbarten Ländern in die Schweiz verfrachtet, denn die Umgebung von Lyon, das französische Rhonetal sowie die Poebene in Italien (insbesondere die Lombardei) sind von der Ausbreitung stark betroffen. In diesen Regionen zeigen mehr als 10 % der Bevölkerung allergische Reaktionen gegenüber dem Traubenkraut. In der Schweiz handelt es sich inzwischen aber nicht mehr nur um Pollenferntransport aus den benachbarten Gebieten, denn die Pflanze selbst hat begonnen, sich auch in der Region Genf und im Tessin massiv auszubreiten.
Die Ruderalpflanze wächst besonders gern auf gestörten Böden, so beispielsweise an Straßenrändern, in Kiesgruben, an Bahndämmen, auf Baustellen und Schutthalden, aber auch in Gärten, besonders unter Vogelfutterplätzen, weil Vogelfutter durch Ambrosia-Samen verunreinigt sein kann. In einer Untersuchung des Verbrauchermagazins Ökotest aus dem Jahr 2007 waren nur 3 von 18 Vogelfutterprodukten frei von Ambrosia-Samen.

Beschreibung

Beifußblättriges Traubenkraut, gefiederte Blätter

Das Traubenkraut wächst gewöhnlich 20 cm bis 1,5 m hoch. Im Unterschied zum gemeinen Beifuss sind die Stängel leicht behaart, die Blütenstände gedrungener und die Wuchsform ist kugelig. Die einjährige Pflanze blüht von Juli bis Oktober mit fingerförmigen, grüngelblichen Blütenständen, die kleine, unscheinbare gelbe Blütenköpfchen tragen und bis zu einer Milliarde Pollen pro Pflanze produzieren. Außerdem entstehen 3.000 bis 60.000 Samen, welche bis zu 40 Jahre lang keimfähig bleiben können.


Foto des Beifußblättrigen Traubenkrauts

Allergie-Auslöser
Die Pollen des Traubenkrauts gehören zu den stärksten Allergie-Auslösern. Bereits ab sechs Pollen pro Kubikmeter Luft reagieren empfindliche Personen allergisch, ab elf Pollen je Kubikmeter wird von einer starken Belastung gesprochen (zum Vergleich: bei Gräserpollen wird eine Konzentration von mehr als 50 Pollen pro Kubikmeter als starke Belastung bezeichnet). Die unbehandelte Allergie kann allergische Reaktionen der Augen und der Atemwege auslösen und im schlimmsten Fall somit auch zu Asthma führen. Der späte Blütezeitpunkt der Ambrosia von Juli bis Oktober bedeutet eine zusätzliche Belastung der Pollenallergiker durch eine Verlängerung der Pollensaison, wenn die Gräserpollen nur noch in geringen Mengen fliegen.
Außerdem sind Kreuzreaktionen mit Goldrute, Sonnenblume, Kamille, Arnika und allen Blumen, die wie Margeriten oder Gänseblümchen aussehen, möglich. Eine Kreuzreaktion mit Pilzsporen ist auch nicht auszuschließen.
Der Genuss bestimmter Lebensmittel (Tomaten und Wassermelonen) soll die Beschwerden der Traubenkraut-Allergiker verstärken. Es gibt auch eine Annahme, dass die Milch von Ziegen, die sich mit Traubenkraut ernähren, antiallergene Stoffe enthält, die die Allergie eventuell bekämpfen könnten.

Bekämpfungsmaßnahmen
Die Pflanzenbestände lassen sich am effektivsten durch Ausreißen reduzieren. Die Pflanze darf dabei nur mit Handschuhen berührt werden, weil sogar eine Berührung Allergie auslösend sein kann. Einmaliges Mähen vor der Blütezeit ist nicht effizient, da geschnittene Pflanzen rasch neue Blüten tragende Zweige bilden können. In der Hauptwachstumsphase (Juli bis September) kann durch mehrmaliges, tiefes Abmähen im Abstand von drei bis vier Wochen die Pflanze so geschwächt werden, dass sie es nicht mehr schafft, neue Triebe und Blütenstände zu bilden. Diese Methode eignet sich am besten, wenn die manuelle Entfernung aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht möglich ist.
Wenn man das Traubenkraut zur Blütezeit ausreißt (besser wäre es vorher), sollte man sich mit einer Staubmaske vor den Pollen schützen. In jedem Fall sollte man bei den Arbeiten Handschuhe tragen, weil auch durch Hautkontakt eine Sensibilisierung (Steigerung der Empfindlichkeit) ausgelöst werden kann. Wer bereits unter Allergien leidet, sollte diese Arbeit nicht durchführen. Das beim Ausreißen anfallende Grüngut sollte möglichst verbrannt oder in Plastiksäcken verpackt der Müllabfuhr zugeführt werden.
In zahlreichen Vogelfuttern sind ebenfalls Traubenkrautsamen enthalten. Im Handel sollte gezielt nach ambrosiasamenfreiem Vogelfutter gefragt werden, da andernfalls die Gefahr groß ist, dass heruntergefallene Ambrosiasamen mit dem Kehricht in fruchtbaren Boden gelangen.
Mit der im Sommer 2006 in Kraft getretenen angepassten Pflanzenschutzverordnung gilt die Schweiz inzwischen als Vorbild in der Ambrosiabekämpfung. Neben einer Melde- und Bekämpfungspflicht sind auch empfindliche Bußgelder vorgesehen. Dort dürfen Beamte sogar unangemeldete Kontrollen auf Privatgrundstücken durchführen. Um auch Landwirte für die Bekämpfung zu gewinnen, werden sie für die mit dem Unkraut kontaminierte Nutzflächen entschädigt.
In Ungarn, wo das Problem seit längerer Zeit bekannt ist, werden die Grundstückbesitzer behördlich verpflichtet, das Traubenkraut rechtzeitig zu mähen.
www.jkl.bund.de, E-Mail: ambrosia@jkl.bund.de

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